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Dieses Thema hat 23 Antworten
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 Allgemeines Verhalten
Seiten 1 | 2
Ani ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2010 20:37
Meine Theorie: Gruppenhaltung von Legewachteln mit Problemen antworten

Hallo meine Lieben

Ich habe mir mal gedanken gemacht. Es geht darum warum Legewachteln so austicken können und nach monaten oder jahre ihre artgenossen angreifen.

Ich vermute das LW´s in der freien Natur einzelgänger sind. Sie werden ihr revier haben (so wie katzen) und sich nur zur paarung treffen. Fremdlinge (sprich andere Hennen) werden aus dem revier verjagt und nur Nachts treffen sie sich zum schutze.

Das würde einiges erklären.

1. Warum hennen auf andere Hennen losgehen. "mein Revier verschwinde hier" und wenn sie nicht verschwinden dann wird solange gehackt bis sie verschwindet. (was ja in kleinen gehegen nicht funktioniert)

2. Warum sie nicht brüten. Die anderen sind störefriede.

3. Warum man sagt auf einen Hahn mehrere henne. Den in der Natur verschwinden die hennen wenn sie genug haben und bei uns geht dies ja nicht. Dennoch ist meine beobachtung das ein Hahn immer eine oder zwei lieblings hennen hat. Die anderen werden nur getretten wenn sie gerade vorbeiziehn und er "bock" hat.

Was haltet ihr von der Theorie?

lg Ani


Malik ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2010 20:41
#2 RE: Meine Theorie antworten

Hallo,

ich habe zwar noch keine Legewachteln aber vorstellen kann ich mir das.
Du kennst Dich ja ein wenig mit Legewachteln aus (das Wenig war nur da um dich zu ärgern)^^ kannst du mal beobachten wie sich eine Legewachtel Henne verhält wenn sie alleine ist ohne ihre Artgenossen? Das wäre interessant.


Ani ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2010 20:43
#3 RE: Meine Theorie antworten

Hi Malik

Ja ich habe vor diese theorie zu belegen.Leider fehlt mir momentan der platz. Allerdings beobachte ich wiederum bei den küken das sie einander rufen. Aber es sind küken kann gut sein das es dort anders ist.

Ich brauch ein bauernhof.hihi

lg Ani


Malik ( gelöscht )
Beiträge:

25.04.2010 20:47
#4 RE: Meine Theorie antworten

xD

Teste das mal wie sie sich einzeln verhalten!

Sehr interessant!


George ( gelöscht )
Beiträge:

26.04.2010 22:40
#5 RE: Meine Theorie antworten

Hallo Ani,

toll, das Du hier Erklärungsversuche anbietest.
Wachteln leben aber schon in der freien Wildbahn in einer Gruppe.
Es sind definitiv keine Einzelgänger, sondern leben in Gruppen mit einem Hahn mit bis zu 4 bis 5 Hennen.
Einziger Erklärungsgrund ( der nicht wissenschaftlich bewiesen ist ) könnte sein, das in Gruppen, in denen nur Hennen leben, der Leitvogel irgendwann die Position des Hahnes ein nimmt und dann ältere oder schwächere Tiere verjagt ( in der Voliere ohne Ausweichmöglichkeiten ) und in räumlich begrenzten Volieren , ältere oder schwächere Tiere verletzt oder sogar tötet.

Wie schon geschrieben, es gibt da nur Erklärungsversuche.

Gruß George


Ani ( gelöscht )
Beiträge:

26.04.2010 22:55
#6 RE: Meine Theorie antworten

Hm

Wenn ich mir alle anderen Wachtelarten so anschaue und vergleiche dann sind die meisten davon Monogam, allerdings kenne ich mich nicht mit anderen wachteln so gut aus.

Wie viel wissen wir eigentlich von Legewachteln? Gibt es schon berichte über freilebenden Wachteln? Sie stamen ja nun mal aus korea und Japan. Baut unser wissen nicht mehr auf die Zucht der Baterienwachteln auf?

Deine theorie kann gut möglich sein. Allerdings verstehe ich dann nicht das verhalten bei neu zu gesetzen Wachteln. Ich habe ja leider schmerzlich mitbekommen wie gemein diese sein können.

Warum hat der Hahn immer seine Lieblingshennen?

Fragen über fragen.

lg Ani


George ( gelöscht )
Beiträge:

26.04.2010 23:22
#7 RE: Meine Theorie antworten

Hallo Ani,

Legewachteln leben nicht monogam.
Das ist wohl der wichtigste Unterschied zu ZW.

Legewachtel leben in einer absolut, genau strukturierten Hierachie.
Jedes Tier hat eine genau definierte Stellung innerhalb einer Gruppe.
Setzt man ein neues Tier in eine sozialisierte Gruppe, wird es sofort angegriffen, verletzt oder getötet.
Selbst nachgesetzte Hähne, werden sofort angegriffen.
Man muß eines verstehen.
Die LW Haltung unterscheidet sich eklatant von der ZW Haltung.

Hält man nur Hennen, ist der einzig nachvollziehbare Erklärungsversuch, der, das die führende Henne versucht, die Gruppe stark zu halten.
Schwache oder verletzte Tiere werden gnadenlos ausgegrenzt.
Da gibt es aber einen Trick, wenn man z.B. einen Hahn in eine feste Gruppe integrieren möchte.
Man nimmt einfach einen sehr jungen Hahn, der nicht als Gefahr in der Gruppenhierachie erkannt wird.
Funktioniert ähnlich wie der Welpenschutz bei Hunden.
Tatsache aber ist der Fakt, das die Haltung von LW , ziemlich viel Erfahrung voraussetzt, wenn man verschiedene LW in einer Gruppe halten möchte.
Und selbst Tiere, die schon jahrelang zusammenn leben, können sich über Nacht verletzten oder töten.

In der Fleisch oder Eierproduktion werden diese Probleme durch das Schlachten der auffälligen Tiere gelöst.
Liebhaber jedoch, müssen eigene Strategien entwickeln.


Gruß George


Sirius123 ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2010 00:44
#8 RE: Meine Theorie antworten

Hallo,

der Theorieansatz ist doch gar nicht so verkehrt!
Betrachtet man sich die Japanische Wildwachtel, die nur während der Paarungszeit in Gruppen lebt, kommt man der Sache schon näher. Wildwachteln, also die ursprüngliche Ausgangsform der heutigen Legewachteln ist ein Zugvogel. Nach dem Winter fliegen erst die Hähne in die warmen Regionen. Grenzen ihre Reviere ab und warten auf die Hennen, die nach etwa 3 Wochen im Brutgebiet ankommen. Jeder Hahn lockt einen kleinen Harem von 1-3 Hennen an und verpaart sich mit den Hennen. Es bleibt ein lockerer Verband. In der Zeit der Brut und Aufzucht, verteidigt der Hahn sein Gebiet vor eindringenden Hähnen. Die Hennen ziehen ihre Küken allein auf, ohne den Hahn. Nach etwa 6 Wochen verlassen die Hähne die Brutgebiete und wandern weiter. Hennen und Küken bleiben noch einige Zeit zusammen, bevor sie auch die Brutgebiete verlassen.
Wildwachteln leben nur zum Brutgeschäft zusammen, ansonsten leben sie Einzelgängerisch.

Die domestizierte Wachtel, hat dieses Verhalten weitestgehend abgelegt, da sie auch so gezüchtet wurde, dass sie zu mehreren auf engstem Raum leben kann.
Bei großzügigen Volieren gibt es daher häufiger Hackunfälle mit Todesfolge. Da Legewachteln in den naturnahen Volieren meist in Panik ausbrechen. Auch machen viele Halter den Fehler etwas verändern zu wollen, Gestaltung der Voliere, Zusammensetzung eingespielter Gruppen etc. Jede Veränderung bringt die Gefahr der Neustrukturierung einer Wachtelgruppe mit sich. Das hier Wachteln auf der Strecke bleiben ist ganz normal und vermeidbar.
Bei eingespielten Gruppen, mit immer gleichen Ritualen (selbes Futter, gleiche Behausung, gleiche Einrichtung, Lichtdauer, selbe Temperatur usw.), gibt es solche Probleme nicht. Legewachteln sind Gewohnheitstiere, das sollte man wissen und bei der Haltung beachten.

Zum Welpenschutz, den gibt es gar nicht! Es gibt genügend Beispiele wo Welpen gebissen oder getötet wurden. Fremde Tiere sind immer mit Vorsicht zu genießen.


Waldfrau Offline




Beiträge: 8.518

27.04.2010 16:47
#9 RE: Meine Theorie antworten

Also verstehe ich das richtig:
Wer LW möglichst vor ständig neuen Reizen aus der Umwelt schützt, fährt eigentlich richtig?

liebe Grüße
Marie
________________________________________________________________________________________

"Artgerechte Wachtelhaltung ist tiefgekühlt oder in der Pfanne!" (O-Ton mein Vater)


www.create-it-yourself.de


Ani ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2010 18:33
#10 RE: Meine Theorie antworten

denke schon das es so ist lockerer Gruppenverband, denke aber nicht das es rausgezüchtet ist dafür ist der Hirarchische ordnungsdrang zu groß, würde ja heißen das die alle Wachteln in ihrer nähe akzeptieren so wie Hühner


George ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2010 22:22
#11 RE: Meine Theorie antworten

Hallo Leute,

Wachteln frei von jeglichen Veränderungen oder Einflüssen zu halten, ist aber eine äußerst suspekte Theorie und in der Praxis nicht umsetzbar.
Da würde ja schon ein lautes Gewitter , ein Stromausfall, lauter Besuch ect. jedesmal den Gruppenzusammenhalt erschüttern.
Ich versuche auch, gleichbleibende Haltungsbedingungen zu ermöglichen.
Das bedeutet, ich benutze für die Beleuchtung eine Zeitschaltuhr, die Futter und Wassereinheiten hängen immer an der gleichen Stelle.
Insofern ist diese Aussage nur bedingt richtig und durch emphirische Erfahrungen widerlegbar.
Außerdem müßte man berücksichtigen, das ich nur Hennen halte.
Somit ist mein Problem noch etwas spezieller.
Speziell deshalb, weil meine Unfälle nichts mit veränderten Haltungsbedingungen ( Licht, Fütterung ect. ) zu tun haben.
Das Problem enstand vor zwei Jahren in einer Außenvoliere.
6 Junnghennen aus einer Brut.
Lebten über 1 Jahr friedlich zusammen.
Alle gesund und munter.
Da sie in einer Außenvoliere lebten, gab es immer auch starke , sich ständig verändernde , umweltbedingte Reizsituationen .
In Form von starkem Wind, Gewitter, Raubtiere, neuer Vogelbesatz, starke Temperaturschwankungen ect.
Das war über ein Jahr kein Problem, da auch der Züchter, bei dem ich meine Neutiere kaufe, sie unter gleichen Bedingungen hält.
Es waren also Hennen, die es gewohnt waren, mit neuen Einflüssen umzugehen.
Trotzdem fing meine dominanteste Henne, über Nacht, an, die passivste Henne im Verband gezielt anzugreifen.
Am Morgen trennte ich die stark verletzte Henne sofort, von dem Verband.
Stunden später griff sie , hierarisch, die nächste Henne an und verletzte sie.
Auch sie trennte ich sofort.
Im Thread " Erkenntnisse Außengehege " könnt ihr die beiden " Prügelknaben " gesund und munter in meinem , kleinen Krankenhaus sehen.
Die restlichen Hennen, leben aber immer noch friedlich zusammen.
Und genau diese Situation habe ich nie verstanden.
Warum wurden die beiden Hennen, die Platz 5 und 6 in der Hierachie einnahmen, plötzlich so stark , ohne Vorwarnung verletzt ?

In der Innenvoliere gab es nie Probleme.
Im Gegenteil, die Hennen sind ( bis auf eine ) völlig resistent, gegen jegliche Veränderungen.
Interessiert die auch gar nicht.
Ich glaube, das ich das auch durch einige Fotos erfolgreich dokumentiert habe.

Ja, das Thema Welpenschutz..
Immer Grundstoff für zahlreiche Diskussionen.
Ich beziehe mich da aber immer auf das Verhalten innerhalb eines Rudels ( hätte ich ehrlicher Weise auch so schreiben müssen ).
Mein Fehler.
Innerhalb eines Hunde ( meinetwegen auch Wolf oder Dingo ) Rudels, gibt es eine erhöhte Toleranz, Jungtieren gegenüber.
Das bedeutet, die älteren Tiere tolerieren Fehlverhalten ( z.B. starken Körperkontakt, Klettern, leichte Beißkontakte ect. ) gegenüber den Neugeborenen.
Das wurde jahrhundert lang als Welpenschutz definiert.
Leider projekzierten in der Vergangenheit viele Hundehalter, dieses Rudelverhalten, auf ihre Familienhunde.
Insofern ist die Aussage, das es " unter heutigen, Einzelhaltungen " von Hunden, keinen Welpenschutz gibt, richtig.
Ich hatte aber ein wenig mehr Fachkompetenz vorausgesetzt.
Sorry, war mein Fehler.

Liebe Grüße George ( der mit dem Dackel tanzt..)


Waldfrau Offline




Beiträge: 8.518

27.04.2010 22:31
#12 RE: Meine Theorie antworten

Hey Dackeltänzer ,
mal ne Frage am Rande.
Wie lange leben deine beiden Krankenhaushennen jetzt schon zu zweit zusammen und wie klappt das?

liebe Grüße
Marie
________________________________________________________________________________________

"Artgerechte Wachtelhaltung ist tiefgekühlt oder in der Pfanne!" (O-Ton mein Vater)


www.create-it-yourself.de


George ( gelöscht )
Beiträge:

27.04.2010 22:51
#13 RE: Meine Theorie antworten

Hey Marie,

sie leben seid dem Tage der Trennung zusammen.
Die eine Henne hatte starke Kopfverletzungen.
Ich dachte erst, durch die Schwellung, das sie ein Auge verloren hat.
Gott sei Dank war ihr linkes Auge aber in Ordnung.
Die zweite Henne hatte starke Rückenverletzungen.
In meinem Thread " Erkenntnisse Freigehege " kannst Du sie putzmunter begutachten.
Inclusive der " getrennten Wellis ".

Wenn es nötig würde ( hoffentlich nicht ) baue ich eben noch eine neue Voliere.
Wer Legewachteln hält, kennt das Gefühl, wenn es in der Voliere nicht harmonisch zu geht.
Das ist Stress pur.
Für die Legies und den Halter.
Geht gar nicht.

George


Sirius123 ( gelöscht )
Beiträge:

28.04.2010 14:43
#14 RE: Meine Theorie antworten

Nun, sie frei von jeder Art von Reizen zu halten, mag für uns Hobbyhalter reine Hypothese sein, in klinischen Versuchen und die gibt es tatsächlich, wurde genau das festgestellt. Man muss sich nur mal die Versuchsreihe von Imelda Schmid aus der Schweiz ansehen, die eine Batteriehaltung von Legewachteln praktizierte und 1997 wissenschaftlich dokomentierte.
Natürlich unterliegen alle Hühnerartigen, so auch unsere Wachteln einer gewissen Hierarchie, auch Hackordnung genannt.
Es ist nun so, man hat tatsächlich seit dem 15. Jahrhundert besonders die Wachteln zur Reproduktion genommen, die viele Eier legten und gleichzeitig ein stoisches Verhalten an den Tag legten.
Die Wachteln die andere hacken oder Federn ziehen, werden der Fleischproduktion zugeführt. Nur so kann und konnte man Merkmale herauszüchten.
Naürlich ändert sich die Hackordnung häufig (vorallem bei Jungtieren) darum ist es wichtig, rechtzeitig einzugreifen.

Zitat
Warum wurden die beiden Hennen, die Platz 5 und 6 in der Hierachie einnahmen, plötzlich so stark , ohne Vorwarnung verletzt ?


Die Schwachen werden in der Natur vertrieben, da dort meist nicht genug Futter vorhanden ist. Die Starken beanspruchen das Futter für sich. Wachteln sind trotz Domestikation immer noch von Instinken geleitet, auch wenn sie es im Nahrungsüberfluss gar nicht nötig haben.


George ( gelöscht )
Beiträge:

28.04.2010 22:08
#15 RE: Meine Theorie antworten

Guten Abend, liebe Fories.

" Die Schwachen werden in der Natur vertrieben, da dort meist nicht genug Futter vorhanden ist. Die Starken beanspruchen das Futter für sich. Wachteln sind trotz Domestikation immer noch von Instinken geleitet, auch wenn sie es im Nahrungsüberfluss gar nicht nötig haben. "

Bestätigt meine Theorie bezüglich der Domestikation von Tieren.
Aber noch einmal die Frage : Warum passiert so etwas noch nach einem Jahr ?
Dieser , doch lange Zeitraum , ist doch recht ungewöhnlich , oder ?

Danke für den Hinweis auf die Dokumentation von Imelda Schmid .
Werde ich mir am Wochenende sofort besorgen.
Freue ich mich schon richtig drauf.


Gruß George


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