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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 918 mal aufgerufen
 Kritische Themen...
Tara Offline

Admin


Beiträge: 3.309

05.04.2015 11:20
Schlachtung antworten

Wer züchtet, muss sich auch mit dem Thema der überschüssigen Hähne auseinandersetzen, da ca. 50% Hähne fallen und man nie alle Tiere in die Zucht weiter verkaufen kann.

Hausschlachtung in Hessen ist erlaubt und wie folgt definiert: „Hausschlachtung ist eine Schlachtung außerhalb gewerblicher Schlachtstätten, wobei das Fleisch ausschließlich im eigenen Haushalt des Tierbesitzers verwendet werden darf. Wer Tiere schlachtet, muss über die hierfür notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen.“

Nachdem ich in der gesamten Wetterau keinen Metzger fand, der mir Wachteln schlachten wollte, fuhr ich zu einem befreundeten Züchter, der sich bereit erklärt hatte, die Schlachtung für mich zu übernehmen. Ich dachte, ich gebe meine Hähne ab, gehe eine Runde mit dem Hund spazieren und bekomme dann die küchenfertigen Tiere. Aber nein, ich sollte wenigstens zusehen. Nachdem er zwei, drei Tiere geschlachtet hatte und ich sah, wie schnell das geht und wie unblutig es verläuft, fasste ich mir ein Herz und ließ es mir nochmal genauer zeigen. Den Rest der Wachteln habe ich dann unter seiner Aufsicht selbst betäubt, geköpft, gerupft und küchenfertig ausgenommen. Und nun mache ich dies auch alleine und zu Hause bei mir (was ja eigentlich Pflicht ist und zudem den Wachteln einen stressigen Transport erspart).

Ich kann, auch wenn es einfach erscheint, jedem nur raten, es sich beim ersten Mal zeigen zu lassen. Es ohne Anleitung und notfalls schnell eingreifende Hilfe selbst zu probieren, halte ich für unverantwortlich. Den Betäubungsschlag richtig zu dosieren, bedarf Übung (wobei es bei mir sofort funktioniert hat) bzw. man muss es einfach gesehen haben.

Ein Hackklotz, ein scharfes Messer, ein gutes Beil und ein Rundholz müssen bereit liegen. Dann greift man mit der linken Hand eine Wachtel, umfasst dabei die Flügel gut, damit sie am Körper anliegen und das Tier nicht flattern kann, und hält sie mit dem Kopf nach unten. Dreht sie dann seitlich mit dem Kopf nach rechts und führt mit dem Holz einen festen Betäubungsschlag auf den Kopf aus. Nun die Wachtel auf den Klotz legen und mit einem Beilhieb den Kopf vom Körper trennen. Das war die eigentlich Schlimmste. Aber da es sehr schnell geht und zumeist völlig unblutig verläuft, kann man sich überwinden.

Der Körper kommt in eine Schüssel, der Kopf verbleibt in der Abfallschüssel. Vom Arbeitsablauf her ist es sinnvoll, erst alle Tiere zu schlachten und sich dann ans Rupfen zu machen. (Wenn man einen Hund dabei hat – Schüssel hoch stellen… Tara nimmt sich sonst schon mal eine zum Probieren…)

Zum Brühen: Nun benötigt man einen großen Topf mit heißen Wasser (es sollte nicht mehr kochen, so 75-80 Grad sind prima), taucht die Wachtel für ca. 1-2 Minuten ein, bewegt sie dabei leicht hin und her, damit das Wasser an alle Stelle gelangt und kann dann die Federn ganz leicht abzupfen. Zwei Eimer sind hier nützlich: Einer für die Federn und einer mit lauwarmem Wasser und etwas Spülmittel drin, in dem man sich zwischendrin immer die Hand abspülen kann, an der die Federchen kleben.

Zum Ausnehmen die Wachteln zunächst unter fließendem Wasser gut abspülen. Den Hals und die Luftröhre entfernen (für den Hund aufheben…). Dann die Kloake mit dem Messer ca. 3 cm erweitern, mit zwei Fingern hineingreifen und alle (!) Innereien vorsichtig und gründlich entfernen. Nun die Wachtel auch von innen gründlich ausspülen und zum Schluss die Beine oberhalb des Gelenks abschneiden.

Die Leber kann man gut in der Farce mit verarbeiten (siehe Rezepte), die anderen Innereien bekommt bei mir der Hund.

Viele Grüße von Tina

http://wachteltara.wordpress.com


Helvetiwachtel Offline



Beiträge: 153

06.08.2015 10:25
#2 RE: Schlachtung antworten

Hallo Tina

Vielen Dank für diesen detaillierten Beitrag und dem dahinterstehenden Appell, eine Schlachtung selber durchzuführen - nach vorheriger Einführung durch einen Profi.
Ein bisschen wird einem die Angst genommen, dadurch, dass du schreibst, dass es schnell und recht unblutig vonstatten geht.

Ich habe echt sehr grossen Respekt davor, dass du dich selbst rangewagt hast. Ich für meinen Teil kann es mir nicht vorstellen zu schlachten; die ersten zwei Schritte "Knüppel drüberziehen - Kopf abhacken" würden mich echt fertig machen. Aber du hast völlig recht, dass die Schlachtung bei einer Zucht einfach dazu gehört...das ist auch der Grund, warum ich nicht selber züchte, obwohl ich wirklich gern würde.

Dein Beitrag hat mich auch insofern beruhigt, dass es wenigstens schnell und (wenn man es kann) schmerzfrei geht.

Merci!


Wurli Offline




Beiträge: 177

06.08.2015 10:40
#3 RE: Schlachtung antworten

Ich schlachte seit heuer auch selbst nachdem ich schon von Kind an immer zugesehen und geholfen habe.

Hat man sich einmal überwunden "geht's" eigentlich

Für Österreich https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassun...intPreview=True


Eierdieb ( gelöscht )
Beiträge:

04.11.2016 06:09
#4 RE: Schlachtung antworten

- Stimmt es eigentlich das man möglichst vor oder nach der Mauser schlachten sollte da sich
während der Mauser die Federkiele deutlich schlechter aus der Haut lösen lassen?

- Flammt ihr die Tiere nach dem rupfen noch ab?

- Wie macht ihr das praktisch mit dem Abhängen?; lasst ihr sie gerupft einfach nur ein paar Tage im Kühschrank liegen oder schlagt ihr die Tiere ab, hängt sie auf und rupft sie erst ein paar Tage später ?
Ich habe wirklich keine Vorstellung davon wie man Wildgeflügel richtig abhängt und irgendwie kommen mir unweigerlich Gedanken wie `` Salmonellengefahr !?`` in den Sinn daher meine Frage

- Auf was genau sollte man beim Ausnehmen der inneren Organe achten (außer nicht die Galle zu verletzen was wohl jedem klar sein sollte), welche Anzeichen gibt es für Krankheiten/Parasiten und wann sollte man auf einen Verzehr unbedingt verzichten ?


Tara Offline

Admin


Beiträge: 3.309

04.11.2016 08:32
#5 RE: Schlachtung antworten

Ich habe keinen Unterschied beim Rupfen bemerkt. Wenn man sie abbrüht, geht es eigentlich ganz leicht. Ich flamme nicht ab.

Abhängen mache ich im Kühlschrank auf einem Teller und wasche sie täglich 1 x ab, draußen würde das nur Ratten anlocken und im Haus würden sich die Katzen freuen.

Ich schlachte nur äußerlich gesunde Tiere und lasse regelmäßig Kot untersuchen, da ich ja auch die Eier esse. (Eine Wachtel, die allein gestroben ist, bekommt nicht mal der Hund.) Und wenn alles aussieht, wie es aussehen soll, dann wird sie gegessen. Wenn die Innereien nicht gut herausbekommt, kann die Wachtel aufschneiden, dann geht es leichter.

Viele Grüße von Tina

http://wachteltara.wordpress.com


BLUB Offline




Beiträge: 274

04.11.2016 17:27
#6 RE: Schlachtung antworten

Also ich habe kurz nach der Mauser geschlachtet und da waren lauter kleine Federkiele in der Haut die noch so klein waren das man sie nicht heraus bekommen hat.
Also am besten 2-3 Wochen nach der Mauser schlachten.

Ich flämme immer alle Tiere ab, das hab ich so gelernt und außerdem gehen dann die Restlichen Federn(also die ganz kleinen) beim Waschen besser ab.

Abhängen habe ich noch nie gemacht und halt es auch für Schwachsinn, lasse aber gerne mit mir Streiten
Wenn das Fleisch meiner Tiere nämlich noch zarter werden würde, würden sie schon bei der Verarbeitung zerfallen.

Ich verbrauche auch nur äußerlich gesunde Tiere. Einige Krankheiten siehst Du aber auch an den Gedärmen.

Mit freundlichen Grüßen
Erik


Tara Offline

Admin


Beiträge: 3.309

05.11.2016 04:11
#7 RE: Schlachtung antworten

Das Abhängen ist Geschmacksache. Ich finde, frisch schmecken sie sehr streng nach Wachtel und durch das Abhängen werden sie milder.

Viele Grüße von Tina

http://wachteltara.wordpress.com


hansen Offline



Beiträge: 865

06.11.2016 10:38
#8 RE: Schlachtung antworten

Hallo,
ich rupfe gar nicht. Ziehe die Haut komplett ab. Das Rupfen ist mir zu aufwendig, außerdem schmeckt uns die Haut nicht.
Die Innereien nehme ich über das Rückrad raus. Links und rechts daneben bis zur Kloake aufschneiden, dann alle Innereien
einfach mit dem Hals nach unten weg ziehen, ausspülen und fertig. Benötigt allerdings etwas Übung. Gibt es auch Videos von.(you tube)
Gruß Hansen


BLUB Offline




Beiträge: 274

06.11.2016 16:28
#9 RE: Schlachtung antworten

Ja die Methode hab ich auch schon gesehen, aber ich habe lieber wenn der Schlachtkörper nicht am Rücken offen ist.
Das ist aber auch wieder Geschmackssache.

Das mit Haut abziehen mache ich meist wenn ich wenig Zeit oder Lust hab.

Mit freundlichen Grüßen
Erik


hansen Offline



Beiträge: 865

07.11.2016 18:42
#10 RE: Schlachtung antworten

Ja,OK
ich nehme nur Brust und Keule. Den Rest bekommt mein Vater für ne lecker Suppe!!!!
Gruß Hansen


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